40 Stunden ohne Internet

Oh mein Gott. Das Worst – Case – Szenario ist bei mir zuhause eingetreten. Mein TDSL Sinus 154 DSL SE – Router ist kaputt gegangen. Keiner weiss warum und keiner wills gewesen sein. Urplötzlich ohne ersichtlichen Grund flog ich aus dem Internet. Mit meinem Laptop schieden noch mein zweiter Laptop, mein Rechner, die beiden Rechner meiner Mitbewohner und der Laptop meines Mitbewohners aus dem Internetleben. Was war los? Ab zum Router: Alle Lampen aus. „Verdammt“, denk ich mir, „da ist wohl jemand über das Stromkabel gestolpert.“. Doch von der Steckdose kam spannendes Summen. Daran lag es nicht. Check nach dem Power – Knopf. War auch auf ON. Okay, aus die Maus und wieder einschalten. Kurzes Geknister, kleiner Funkenregen, mehr nicht. Mehrmaliges An- und Ausschalten entlockte dem Router nur ein weiteres Knistern. Einmal blinkten kurz die Lämpchen auf, dann kam nix mehr. Also Schraubenzieher gesucht, Füße abgespachtelt (Welcher Depp Hersteller klebt Füße auf die Schrauben?), Schrauben entdeckt und gezogen und die Verdeckung abgehebelt. Da saß ich nun vor der grünen Platine mit ihren schwarzen Chips, den goldenen Leiterbussen (oder was das ist) und vielen mir aus Elektrotechnik bekannten und verhassten Widerständen und drückte auf dem Powerknopf rum. (Strom war natürlich abgeklemmt!) Nichts tat sich. Strom wieder dran. Kein Erfolg. Der Power-Knopf wollte einfach keinen Stromkreis herstellen, wenn er auf ON war. „Ich muss doch irgendwo noch den Karton mit der Garantie haben“ schoss es mir durch den Kopf. Auf in den Keller, Karton sofort gefunden, aufgerupft und auf den Lieferschein geschaut: 07.11.2005. Schei*e. Das Teil hielt allen Ernstes 2 Jahre und 24 Tage, also 25 Tage zu lang!!! „Ich muss statt Weihnachtsgeschenke nen neuen Router kaufen“ denk ich noch mit Schrecken. Also klopf ich beim Mitbewohner und teile ihm ausnahmsweise auf analogem Wege mit, dass wir nen neuen Router brauchen. Das tränennahe Gesicht nickte und warf einen grimmigen Blick auf den Router. Dann die Idee: „Lasst uns einen gebrauchten Router über eBay kaufen!“ … schneller als die Idee folgte die Resignation: Ohne Internet auch kein ebay. Schon mit Schuhen und Jacke bewaffnet wollten wir uns unter echte Menschen begeben und in von Musik zugedröhnten, mit Weihnachtswerbung überfüllten Kaufhäusern nach einem Router suchen, als ich zum Handy griff und sämtliche darin stehende Leute und potentielle „ich – hab – nen – Router – zuviel“ – Leute anrief. Tatsächlich brachte der dritte Anruf ein „Ja“ hervor. Bereits gewarnt vor Begriffsverwechslungen wie „Ist das ein Router oder ein Switch?“ oder „Wie stell ich mein Modem jetzt auf DSL um? — Das ist kein Modem, sondern deine ISDN – Anlage …“ rief ich vorsichtshalber noch ein paar weitere Leute an. Der nächste Anruf brachte wiederum ein „Ja“, jedoch war dieser Router 600kM weit weg … „Ich schick ihn am Montag los“ tönte es noch. Hoffnung keimte, doch wieder Internet zu kriegen innerhalb von einer Woche. Nichtsdestotrotz wollte ich am Wochenende doch noch Internet haben. Klar, dass mir der Router am Samstag vormittag kaputt geht! Also weitere Anrufe getätigt und Fragen wie „Was ist ein Router?“ kassiert. Ein Kandidat ging nicht ans Telefon, ein weiterer hatte den Router seiner Frau doppelt. „Alles klar, ich komm sofort“. Hingewetzt. „Wo is das Ding?“ schon im Hausflur gerufen. „Steht aufm Schreibtisch“. Vorsichtig nähere ich mir dem grauen D-Link-Kasten mit Antenne und verspüre einen kleinen Freudensprung in mir. Angefasst, umgedreht, Aufschrift entziffert: „WLAN Access Point“. ***wtf***rumschrei***omg*** Und wieder beruhigt. Auf zum nächsten und somit letzten verbleibenden Kandidaten. Dieser, Versatel-Kunde, gab mir einen Versatel-Router. Ich sofort nach hause, Kabel angeklemmt, Stecker passt nicht. Hä? Falscher Stecker. Anderes Kabel genommen, reingesteckt. Power ON, Lampe DSL leuchtet, Lampe LAN leuchtet, Lampe Internet nicht. Ok, auf zur Konfiguration. Browser auf, IP 192.168.0.1 reingehämmert. Nix. 192.168.1.1 –> Nix. 192.168.2.1 –> Nix. Hmm … zugewiesene IP angeguckt: Ah, is ja ne vollkommen andere. Diese IP genommen und hinten ne 1 –> Nix. Hmm? Bin ich zu blöd? Beiligende CD genommen, nach Handbuch gesucht –> Nix. Kandidat 2 angerufen, nach IP des Routers gefragt. Der meinte, dass das nur mit CD geht. Ich widersprach heftig, Kurzinstallationsanleitung geholt, nachgelesen: „Wenn Sie einen Router verwenden, brauchen Sie die CD nicht.“ Bestätigt gefühlt. Kandidat 2 wusste partout die IP nicht. Aufgegeben, da ich kein Versatel – Kunde bin. Noch ein bissl aufm lokalen Webserver rumgespielt und ins Bett gegangen. Sonntag dann, ein Anruf und ein weiterer „übrig“-Router tauchte auf! Aber Installieren / Konfigurieren war nicht vor 21 Uhr drin. Endlich wars soweit. IP reingehämmert, Konfigurationsprogramm gestartet, Kundendaten in den Router gejagt, „Internet verbinden“ gedrückt und …. logisch: –> NIX. Ich dacht, ich werd bekloppt. Wieso zur Hölle geht das nicht? Kundenname@provider.Topleveldomain wars doch immer … Passwort hat sich nicht geändert. Wieso??? Okay, letzte Blöße gegeben und bei der Kundenbetreuung angerufen: Dort 10 Minuten Formular ausgefüllt, dann zur Technischen Abteilung weitergeleitet worden. Frau Z. am Apparat. 10 Minuten Fragen beantwortet und darauf verwiesen, dass da doch ein Dokument vom vorherigen Kundenbetreuer sein müsste, irgendwann der Satz: „Was wollen Sie denn jetzt eigentlich von mir? Auf der Problembeschreibung steht, dass Sie aus dem Internet geflogen sind und nicht mehr hineinkommen.“. Leicht gereizt mit leisem Brüllen meine Antwort: „NEIN! Ich hab einen _neuen_ Router und will wissen, was ich als Zugangsdaten eingeben muss!!! Ich geb immer Kundenname@provider.Topleveldomain ein! So war das doch schon immer?!“. „Achso, na dann hab ich Sie völlig falsch verstanden! Sie müssen ihren Kundenname@de.provider.Topleveldomain eingeben!“. Fassungslos starrte ich auf das Konfigprogramm und es entfloh mir der Satz: „Das ist jetzt nicht Ihr Ernst. Ich fummel hier seit Stunden dran rum und es liegt am <<de.>>?“. „ähm, ja. Aber machen Sie sich nichts draus, ich bin Maurer und Lackierer und dazu noch ’ne Frau und hätte wohl auch nicht gewusst :-D.“ Lachen tönte mir entgegen. Und „Ich bin Informatiker“ kroch aus meinem Mund. Das Lachen wurde lauter … kk

!!! Herzlichen Dank an die Maler und Lackierer – Gilde!!!

Klingt komisch, aber ohne die hätt ich wohl komplett die Nerven verloren :D… I got PWND. Damnit …

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